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Hat dein Hund Angst vor Feuerwerk oder Gewitter? Tipps, die beruhigen

Feuerwerk und Gewitter können für Hunde richtig beängstigend sein. So bereitest du eine sichere Höhle vor, kommst ruhig durch die laute Nacht und erkennst, wann du deine Tierärztin oder deinen Tierarzt um Hilfe bitten...

vom petsdojo-Team · · 6 Min. Lesezeit

Relaxed dog lying in a soft, fluffy brown paw-shaped bed in a cosy living room

Hat dein Hund Angst vor Feuerwerk? Damit bist du nicht allein. Ein lauter Knall, und selbst der mutigste Vierbeiner wird zum zitternden Schatten hinter dem Sofa. Gewitter können genauso wirken, und weil sich beides nicht einfach abschalten lässt, fühlt man sich als Hundemensch schnell ein bisschen hilflos.

Die gute Nachricht: Du kannst eine ganze Menge tun. Etwas Vorbereitung, ein sicheres Versteck und ruhige Gesellschaft machen einen lauten Abend viel leichter. Hier erfährst du, wie du dich vorbereitest, was in der Nacht selbst hilft und wann es sich lohnt, deine Tierarztpraxis um zusätzliche Hilfe zu bitten.

Warum hat mein Hund Angst vor Feuerwerk und Donner?

Hunde hören viel mehr als wir. Ein Knall, bei dem wir zusammenzucken, kann für sie also gewaltig wirken. Feuerwerk und Gewitter sind außerdem laut, plötzlich und völlig unberechenbar. Es gibt keine Vorwarnung, keine sichtbare Ursache und keine Möglichkeit, dem Lärm zu entkommen, und genau das macht sie so beunruhigend.

Gewitter kündigen sich zudem durch weitere Reize an, etwa durch Lichtblitze, prasselnden Regen und Windböen. Manche Hunde wirken schon lange vor dem ersten Grollen besorgt, als wüssten sie, was gleich kommt.

Daran erkennst du, dass dein Hund Angst hat

Jeder Hund zeigt Angst ein wenig anders. Achte auf:

  • Zittern, Hecheln oder Sabbern, obwohl es nicht heiß ist
  • Unruhiges Umherlaufen und Nicht-zur-Ruhe-Kommen
  • Verstecken oder dir nicht mehr von der Seite weichen
  • Winseln, Bellen oder Heulen
  • Angelegte Ohren und eingezogene Rute
  • Futter oder Leckerli ablehnen, die er sonst liebt
  • An Türen kratzen oder weglaufen wollen

Die leisen Anzeichen übersieht man leicht. Ein Hund, der einfach ganz still daliegt und kein Leckerli nimmt, kann genauso besorgt sein wie einer, der durchs Zimmer läuft.

Bevor es laut wird: So bereitest du dich vor

Das meiste, was wirklich hilft, passiert vor dem ersten Knall, also fang so früh wie möglich an. Wenn du weißt, dass ein großer Abend bevorsteht, sind ein paar Tage Vorbereitung besser als gar keine.

Bau eine gemütliche Höhle

Viele Hunde wollen sich verstecken, wenn sie Angst haben, also gib deinem Hund einen guten Platz dafür. Such dir eine ruhige Ecke aus, am besten in einem innen liegenden Raum mit wenigen Fenstern, und richte sie rechtzeitig ein, damit sie sich schon vertraut anfühlt.

  • Leg ein Bett hinein, das dein Hund schon mag, oder ein überdachtes wie unser Flauschiges Höhlenbett für kleine Hunde.
  • Leg eine Decke über einen Tisch oder eine offene Box, damit es dunkler und gedämpfter wird.
  • Gib einen getragenen Pullover von dir dazu, der beruhigend nach dir riecht.
  • Stell Wasser in die Nähe und lass den Ein- und Ausgang frei, damit dein Hund sich nie eingesperrt fühlt.

Weitere kuschelige Plätze findest du in unserer Kollektion Schlafen & Kuscheln.

Denk an das Praktische

Ein verängstigter Hund kann davonrennen, auch wenn er das noch nie getan hat. Achte darauf, dass Halsband und Adressanhänger dran und aktuell sind, die Daten zum Mikrochip stimmen und der Gartenzaun keine Lücken hat.

Probier ein sanftes Geräuschtraining

Auf lange Sicht bringen manche Hundemenschen ihrem Hund bei, dass Knallgeräusche gar nicht so schlimm sind. Spiel aufgenommene Feuerwerksgeräusche ganz leise ab, während dein Hund entspannt ist, und verbinde sie mit Leckerli und Spiel. Erhöhe die Lautstärke nur über viele kurze Einheiten hinweg und geh einen Schritt zurück, wenn dein Hund unsicher wirkt. Falls Belohnungstraining für euch beide neu ist, ist unsere Einsteigeranleitung zum Clickertraining ein freundlicher Anfang. Heb dir das aber für die ruhigen Monate auf, denn mitten in der Feuerwerkssaison funktioniert es nicht.

Kleiner Tipp: Schau während der Feuerwerks- oder Gewittersaison jeden Morgen in den lokalen Veranstaltungskalender und den Wetterbericht. Wenn du weißt, was ansteht, kannst du Spaziergang, Abendessen und Höhle planen, bevor dein Hund überhaupt etwas hört.

In der Nacht selbst: Beruhigende Tipps für ängstliche Hunde

Sobald der Lärm beginnt, ist dein Ziel ganz einfach: Alles soll sicher, ruhig und möglichst normal bleiben.

Früh spazieren, früh füttern

Geh mit deinem Hund bei Tageslicht ausgiebig spazieren, lange bevor das Feuerwerk voraussichtlich beginnt. Ein schöner Spaziergang kann ihm helfen, später besser zur Ruhe zu kommen. Gib auch das Abendessen früher als sonst, denn ein ängstlicher Hund mag vielleicht nichts mehr fressen, sobald der Lärm losgeht.

Mach das Haus dicht

  • Schließ Fenster, Türen und Katzenklappen und kontrolliere sie noch einmal, bevor es dunkel wird.
  • Zieh die Vorhänge zu, damit die Lichtblitze draußen bleiben.
  • Schalte den Fernseher, das Radio oder leise Musik ein, um plötzliche Knalle abzumildern.
  • Geh mit deinem Hund nur an der Leine zum Pipimachen raus, auch im eigenen Garten.

Biete etwas zum Schlecken oder Schnüffeln an

Schlecken und Schnüffeln sind natürliche, wohltuende Beschäftigungen und bringen deinen Hund auf andere Gedanken. Bereite sie vor, bevor der Lärm beginnt, solange dein Hund noch entspannt genug ist, um sie zu genießen.

  • Schleckmatten: Streiche etwas Joghurt oder Nassfutter auf eine Beruhigende Schleckmatte und klebe sie an eine Fliese oder auf den Boden. Wenn du Erdnussbutter verwendest, achte darauf, dass sie kein Xylit enthält, denn das ist für Hunde giftig.
  • Schnüffelteppiche: Versteck etwas Trockenfutter oder ein paar Leckerli in einem Avocado-Schnüffelteppich und lass deinen Hund danach suchen.

Mach dir keine Sorgen, wenn dein Hund das alles links liegen lässt, sobald es knallt. Viele Hunde haben dann zu viel Angst zum Fressen, also versuch es einfach in einer ruhigen Phase noch einmal.

Bleib in der Nähe und bleib ruhig

Du kannst einen verängstigten Hund nicht verwöhnen, indem du ihn tröstest. Wenn er zum Kuscheln zu dir kommt, kuschle mit ihm. Wenn er sich lieber versteckt, lass ihn und versuche nicht, ihn herauszulocken. Sprich mit normaler Stimme und mach mit deinem Abend weiter, denn deine entspannte Stimmung kann beruhigend wirken.

Ein paar Dinge solltest du besser vermeiden:

  • Schimpfe nie mit einem ängstlichen Hund und bestrafe ihn nicht, denn das verstärkt seine Angst nur.
  • Lass deinen Hund in einer großen Feuerwerksnacht möglichst nicht allein zu Hause.
  • Nimm ihn nicht mit zu einem Feuerwerk und lass ihn nicht draußen, auch nicht kurz.
  • Binde ihn nicht an und sperre ihn nicht in einen kleinen Raum, den er nicht verlassen kann.

Wann du mit deiner Tierarztpraxis sprechen solltest

Trost und gemütliche Höhlen helfen vielen Hunden, sind aber keine Heilung, und manche Hunde brauchen mehr Unterstützung. Sprich mit deiner Tierarztpraxis, wenn dein Hund in Panik gerät, sich beim Fluchtversuch verletzt, noch lange nach dem Lärm aufgewühlt ist oder es von Jahr zu Jahr schlimmer zu werden scheint. Auch eine plötzliche neue Angst vor Geräuschen solltest du ansprechen, besonders bei einem älteren Hund, denn manchmal können Schmerzen oder eine Krankheit eine Rolle spielen.

Vereinbare das Gespräch möglichst ein paar Wochen vor der lauten Saison. Deine Tierarztpraxis kann die Möglichkeiten mit dir durchgehen oder dich an qualifizierte Verhaltensberater überweisen. Gib deinem Hund bitte keine Humanmedikamente oder Beruhigungsmittel, ohne vorher tierärztlichen Rat einzuholen.

Eine ruhigere Nacht für alle

Die Knallerei kannst du vielleicht nicht stoppen, aber du kannst verändern, wie sie sich für deinen Hund anfühlt. Richte die Höhle früh ein, plane deinen Tag um den Lärm herum, biete etwas Wohltuendes zur Beschäftigung an und sei da, wenn dein Hund dich braucht. Mit etwas Übung wird eine laute Nacht zu etwas, das ihr gemeinsam übersteht, im besten Fall mit ganz vielen Kuscheleinheiten am Ende.

Das petsdojo-Team

Wir sind Tierfreunde und teilen Tipps für einen glücklichen Alltag mit Hund und Katze.

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